Einkommensnachweis für Kredite: Welche Unterlagen sind erforderlich?

Ob im Internet oder bei einer Filialbank, jedem Kreditantrag sind Unterlagen über Einkommen und gegebenenfalls Vermögen des Antragstellers beizufügen.

Einkommensnachweise im Rahmen von Kreditvergaben dienen im Wesentlichen zwei Zwecken:

Mit ihrer Hilfe sollen mögliche Kreditsicherheiten ermittelt werden. Und – noch wichtiger – Einkommensnachweise dienen als Beleg für den Umfang der wirtschaftlichen Belastbarkeit.

Mithilfe von Kreditscores der verschiedenen Wirtschaftsauskunfteien (SCHUFA und andere) wird die Zuverlässigkeit abgeschätzt, mit der ein Kreditkunde seine Verpflichtungen erfüllen wird.

Einkommensnachweise hingegen belegen, ob ein Kreditnehmer finanziell in der Lage ist, ein Darlehen in einer bestimmten Höhe, mit einer bestimmten Laufzeit und einem bestimmten effektiven Jahreszins ordnungsgemäß zu bedienen.

Aus beiden Elementen der Bonitätsprüfung bilden Banken einen individuellen Scorewert, der mit den Vergaberichtlinien abgeglichen wird.

Ist der interne Bankenscore nach den Vergaberichtlinien ausreichend, erhält der Kreditkunde das beantragte Darlehen. Im entgegengesetzten Fall wird der Kredit abgelehnt.

Umfassende, aussagefähige Einkommensnachweise zusammen mit dem Kreditantrag vorzulegen, ist also von ausschlaggebender Bedeutung für die Kreditvergabe.

Welche Einkommensnachweise für eine Kreditvergabe erforderlich ist, teilen Banken innerhalb des Kreditantragsverfahrens mit. Wichtig ist, in der Kreditanfrage keine Einkunftsart zu vergessen und jede Einkunftsart zu belegen.

Nachweis für Einkommen aus Beschäftigungsverhältnissen

Arbeitnehmer, auch Angestellte im öffentlichen Dienst werden um Kopien ihrer Lohn- und Gehaltsabrechnungen gebeten.

Die meisten Banken begnügen sich mit Lohnabrechnungen der letzten zwei oder drei Monate. Außerdem erwarten Banken häufig Kopien der fortlaufenden Kontoauszüge.

Der Zeitraum ist unterschiedlich. Häufig sind es die letzten vier Wochen. Manchmal werden sogar die Kontoauszüge der letzten paar Monate angefordert.

Andere Banken verzichten völlig auf Kontoauszüge.

Banken, die vollständig digitalisierte Kredite vergeben, verzichten hingegen auf Lohnabrechnungen und ziehen nur Kontoauszüge im Rahmen eines sogenannten Kontoblicks zur Bonitätsprüfung heran.

Dazu muss der Antragsteller der Kreditbank die Zugangsdaten zu seinem Girokonto über eine gesicherte Verbindung zur Verfügung stellen.

Besondere Verdienstbescheinigungen werden hingegen selten angefordert.

Geschieht dies, muss sich der Kreditnehmer an seinen Arbeitgeber wenden. Der Arbeitgeber ist zur Ausstellung solcher Verdienstbescheinigungen verpflichtet.

Lohnabrechnungen, Kontoauszüge und gegebenenfalls Verdienstbescheinigungen dienen einmal als Beleg für die Höhe der laufenden Einnahmen und für den eines Beschäftigungsverhältnisses.

Zum anderen erhalten Banken Einblick in die Zahlungseingänge und Zahlungsausgänge. Schließlich können Banken erkennen, ob Pfändungen oder Abtretungen vorliegen.

Arbeitsverträge zum Nachweis über das Bestehen eines Arbeitsverhältnisses werden hingegen nur sehr selten verlangt.

Aus Arbeitsverträgen lassen sich kaum zusätzliche Informationen ableiten. Insbesondere lässt sich der tatsächliche Verdienst nicht aus dem Inhalt der Arbeitsverträge entnehmen. Zulagen, andere Lohnbestandteile und Steuerklasse sind nicht Inhalt von Arbeitsverträgen.

Von Rentnern verlangen Banken die aktuellen Rentenbescheide.

Beamte werden im Rahmen einer Kreditvergabe um Kopien der letzten Besoldungsmitteilungen gebeten.

Einkommensnachweis beim Kredit ohne SCHUFA

Kredite ohne SCHUFA werden ausschließlich an Arbeitnehmer oder Beamte vergeben.

Da die Höhe des pfändbaren Einkommens bei dieser Kreditart wegen des Verzichts auf eine Schufaauskunft eine besondere Rolle spielt, gelten strenge Anforderungen an die Einkommensnachweise.

Die Sigma Bank aus Liechtenstein ist das einzige Kreditinstitut, welches in Deutschland Kredite ohne SCHUFA vergibt. Gleichgültig, ob ein Kreditantrag direkt bei der Bank oder über einen Kreditvermittler gestellt wird, folgende Unterlagen sind erforderlich:

Die letzten beiden Original-Lohnabrechnungen.

Die zu den Lohnabrechnungen passenden Kontoauszüge im Original oder per Unterlagen-Upload.

Kontoinhaber und Lohneingänge müssen aus den Auszügen ersichtlich sein.

Kopie des Personalausweises mit aktueller Anschrift.

Kopie (elektronische) Lohnsteuerkarte oder die Kopie der letzten Dezember Lohnabrechnung.

Einkommensnachweis für Freiberufler und Gewerbetreibende

Für Selbstständige bedeuten Kreditaufnahmen einen höheren Aufwand als für Arbeitnehmer und Beamte.

Während bei Beschäftigten die zukünftigen monatlichen Einkünfte relativ einfach vorauszuschauen sind, verfügen Selbstständige oft nicht über regelmäßige monatliche Einkünfte.

Banken benötigen deshalb mehr Material, um die finanzielle Belastbarkeit von Selbstständigen abschätzen zu können.

Der Gedanke dahinter: Nur durch eine genaue Analyse der finanziellen Situation in der Vergangenheit und in der Gegenwart lässt sich das Kreditausfallrisiko eingrenzen. Je wirtschaftlich stabiler die Unternehmung über einen längeren Zeitraum war, desto eher wird dies in Zukunft ebenso sein.

Deshalb verlangen Banken häufig einen Berg von Unterlagen. Besonders gründlich gehen Kreditinstitute bei Gewerbetreibenden vor, weil bei dieser Berufsgruppe von einer tendenziell schwächeren Bonität ausgegangen wird.

Selbstständige Antragsteller müssen eine mehrjährige Selbstständigkeit nachweisen. Üblich sind zwei bis fünf Jahre, manchmal werden sogar sieben Jahre verlangt.

Außerdem müssen buchhalterische Unterlagen für einen längeren Zeitraum vorgelegt werden. Dazu gehören beispielsweise:

Betriebswirtschaftliche Auswertungen,

Einnahmen-Überschuss-Rechnungen,

Jahresabschlüsse (Bilanzen und GUV),

Einkommenssteuerbescheide einiger Jahre und/oder aktuelle Einkommenssteuererklärungen,

Gegebenenfalls Unterlagen über Sicherheiten (Wertpapierbestände, Kapitalversicherungen, Spareinlagen Immobilien, Kraftfahrzeuge und ähnliches).

Nachweis sozialer Leistungen

Allein erhalten Bezieher sozialer Leistungen keine Kredite. Manche Banken ermöglichen aber dennoch einen Kreditantrag, wenn ein solventer Mitunterzeichner gestellt wird, der über Einkünfte aus selbstständiger oder unselbstständiger Arbeit verfügt.

Beantragen mehrere Personen einen Kredit, muss jede Person für sich Einkommensnachweise erbringen. Bezieht ein Antragsteller staatliche Leistungen, gilt nichts anderes.

Wer Arbeitslosengeld, Krankengeld, Elterngeld oder andere soziale Leistungen erhält, sollte deshalb die entsprechenden Nachweise (Bescheide) vorlegen.

Nachweis anderer Einkünfte

Hin und wieder kommt es vor, dass Kreditanträge abgelehnt werden, weil Antragsteller die Angabe von Nebeneinkünften vergessen haben.

Einkommen muss nicht ausschließlich aus selbstständiger oder unselbstständiger Tätigkeit stammen.

Zu den relevanten Einkünften zählen außerdem beispielsweise Einnahmen aus Vermietung und Verpachtung, Zinserträge aus Geldanlagen oder Einkünfte aus einer selbstständigen oder unselbstständigen Nebentätigkeit.

Der Bezug von Kindergeld kann ebenfalls eine Rolle bei der Kreditvergabe spielen.

Zusätzliche Einnahmequellen müssen ebenso wie das Haupteinkommen belegt werden.

Dies geschieht beispielsweise durch Vorlage von Bescheiden, Depotauszügen, Kontoauszügen mit den entsprechenden Geldeingängen und Miet- bzw. Pachtverträgen.

Nebeneinkünfte aus unselbstständiger Arbeit können durch Lohnabrechnungen nachgewiesen werden.

Sicherheiten benennen

Kreditsicherheiten spielen nicht nur bei Selbstständigen eine große Rolle. Sie können die Kreditaufnahme auch für Beschäftigte und Rentner erleichtern.

Direktbanken vergeben Kredite weitgehend automatisch ohne große Rücksichtnahme auf besondere Umstände bei einzelnen Kreditnehmern.

Häufig werden deshalb neben Gehaltsabtretungen und Mitunterzeichnung des Kreditvertrages keine weiteren Sicherheiten akzeptiert.

Bei Filialbanken ist die Situation jedoch eine andere. Hausbanken sind eher bereit, zusätzliche Sicherheiten zur Verbesserung der Bonitätsvoraussetzungen zu akzeptieren.

Allerdings kommt nicht jeder Vermögensgegenstand in Betracht. Bei Briefmarkensammlungen, Sammlungen moderner Kunst oder Antiquitäten wird auch die Hausbank sehr zurückhaltend sein.

Beim Thema Sicherheiten sind für Banken zwei Punkte besonders wichtig:

Der Wert des Vermögensgegenstandes muss leicht feststellbar sein und die Verwertung im Falle eines Kreditausfalls muss einfach ohne Schwierigkeiten möglich sein.

Als Kreditsicherheiten kommen deshalb vor allem infrage: Wertpapierbestände, Spareinlagen aller Art, Kapitallebensversicherungen und private Rentenversicherungen, Immobilien und Kraftfahrzeuge.